Eine Datenbank statt fünf „integrierter" Anwendungen
Viele Unternehmen betreiben mehrere getrennte Anwendungen, die „integriert" sind: Buchhaltung von einem Anbieter, Lager von einem zweiten, Lohn von einem dritten — und ein Konnektor, der nachts Daten hin- und herschiebt. Auf dem Papier gleichwertig. In der Praxis gibt es drei Unterschiede.
1. Der Moment der Wahrheit
In einem System ist mit dem Buchen der Rechnung der Bestand abgebucht, der Beleg erzeugt und der Bericht aktualisiert. Bei Integration passiert das erst beim nächsten Sync — der Manager sieht tagsüber die Zahl von gestern.
2. Abstimmung, und wer sie macht
Jeder Konnektor fällt gelegentlich aus: ein Datensatz fehlt, ein Code weicht ab, ein Datum kommt im falschen Format. Übrig bleibt eine Differenzliste, die jemand jeden Monat von Hand klärt. Diese Kosten stehen nie im ursprünglichen Angebot.
3. Die Frage, die man nicht stellen kann
„Wie hoch war die Marge dieses Produkts bei diesem Kunden im letzten Quartal, inklusive Fracht und Ausschuss?" Mit einer Datenbank ist das eine Abfrage. Über fünf Systeme verteilt ist es ein Projekt — und wird deshalb meist gar nicht gefragt.
Ist Integration also immer falsch?
Nein. Für wirklich externe Systeme — Banken, Finanzbehörden, Speditionen — ist eine API-Anbindung genau richtig. Es geht darum, dass die Kernbereiche des eigenen Unternehmens nicht über Konnektoren verbunden sein sollten.